Linie 13 Stahlgiesserei

Die STL Linie 13

Mit der STL Linie 13 steht das Swiss Transit Lab vor einem weiteren Schritt in der Entwicklung der automatisierten Mobilität im öffentlichen Verkehr. Mit dem geplanten Pilotprojekt wird  noch in diesem Jahr eine Pilotlinie im Stadtzentrum von Schaffhausen zwischen dem Bahnhof und dem Entwicklungsareal Stahlgiesserei in Betrieb genommen. Die Erschliessung der ersten und letzten Meile durch automatisierte Fahrzeuge soll damit nach der touristischen Anwendung der Linie 12 am Rheinfall im Alltag der Schaffhauser Bevölkerung ankommen. 

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Mobilität

01.01.2022

Erster Einsatz von Dual-Mode-Technologie auf Schweizer Strassen

2019 startete das Swiss Transit Lab mit der Linie 12 am Rheinfall zum ersten Mal einen Pilotbetrieb mit einem selbstfahrenden Bus, eingebunden ins ÖV-Netz der Verkehrsbetriebe Schaffhausen vbsh. Mit diesen Erfahrungen und den gewonnenen Erkenntnissen im Hintergrund  geht das STL mit seinen Projektpartnern nun einen Schritt weiter: Mit der STL Linie 13 wir zum ersten Mal in der Schweiz ein automatisiertes Fahrzeug (Level 4) mit Dual-Mode-Technologie in einem Pilotprojekt eingesetzt. Bei der Dual-Mode-Technologie wird ein handelsübliches Fahrzeug - im Falle der STL Linie 13 ein Minibus mir elektrischem Antrieb der Marke Toyota - mit Sensoren, Aktuatoren (Drive-by-Wire) sowie entsprechender Steuerungssoftware für automatisiertes Fahren ausgerüstet.

Projekt Linie 13 Stahlgiesserei

Ein Anwendungsobjekt für Forschung und Entwicklung

Ziel des neuen Projekts ist es, Erfahrungen für den Ausbau der erste und letzte Meile zu sammeln und diese Dienstleistung gemeinsam im Dialog mit den Benutzern zu entwickeln. Das Fahrzeug ist gleichzeitig ein Anwendungsobjekt für weitere Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle rund um das automatisierte Fahren. Es bietet interessierten Unternehmen und Forschenden die Möglichkeit, eigene Technologien auf dem Fahrzeug einzusetzen und dadurch wertvolle Erkenntnisse für deren Einsatz und Weiterentwicklung zu gewinnen. Es laufen diverse Gespräche für solche Anwendungsprojekte.

Stahlgiesserei Areal Schaffhausen

Eine Strecke im Stadtzentrum von Schaffhausen

Das automatisierte Fahrzeug soll im ersten Schritt zwischen dem Bahnhof Nord in Schaffhausen und dem neuen Stadtteil Stahlgiesserei verkehren. Dort wo einst Tonnen von Stahl gegossen wurden, entsteht aktuell ein neuer Stadtteil. Das Areal mit rund 450 Wohnungen und reichlich Gewerebefläche bietet den idealen Rahmen für das partizipative Pilotprojekt STL Linie 13.

Auf dem weg vom Bahnhof Nord bis zur Nordspitze der Stahlgiesserei (Breitestieg) wird die Linie 13 weitgehend auf bestehende Haltestellen der vbsh bauen. Später ist die Erweiterung auf zusätzliche Strecken angedacht. Um im Rahmen der Forschung und Entwicklung eine hohe Flexibilität zu gewähleisten, wird die STL Linie 13 zwar Teil des lokalen ÖV-Netzes, aber nicht in das offizielle Schweizer Tarif- und Fahrplansystem eingebunden. Das Angebot wird nicht zuletzt aus diesem Grund für die Fahrgäste kostenlos sein. 

Stahlgiesserei Areal Schaffhausen

FAQ - Fragen und Antworten zur STL Linie 13

Was ist nun anders, besser als bei «Linie12»?

Unser neues Shuttle ist ein «normales» Auto, welches mit der Technologie für automatisiertes Fahren aufgerüstet wird. Somit haben wir gewähr, dass wir uns explizit mit der neuen Technologie, deren Weiterentwicklung und Anwendungen beschäftigen können, und nicht durch teilweise Fahrzeugprobleme ausgebremst werden. Es sind aufbauend diverse Teilprojekte in Planung, welche uns dem automatisierten Fahren (regulärer Betrieb) auf der ersten/letzten Meile einen Schritt näher bringen sollen insbesondre bei den Rahmenbedingungen. Dazu gehören z.B. die Einbindung des Fahrzeugs in ein übergeordnetes System zum individuellen Abruf oder das Bespielen mit Informationen und entsprechender Geschäftsmodelle bis hin zur ethischen und gesetzlichen Grundlage.

Wie profitiere ich als Bürger:in davon?

Einerseits wird im Pilotbetrieb, zeitlich befristet, ein neues Verkehrsangebot zwischen dem Bahnhof Schaffhausen und dem Stadtteil Stahlgiesserei geschaffen. Insbesondere die Bewohner, Benutzer und Besucher des Areals Stahlgiesserei erhalten damit eine starke Aufwertung. Andererseits beabsichtigen die VBSH längerfristig, die automatisierte Mobilität auch auf Strecken einzusetzen, die aus wirtschaftlichen Gründen bisher nicht angeboten werden konnten (Stichwort: erste/letzte Meile). Insgesamt erfährt der ÖV im Kanton und in der Region dadurch also eine Attraktivierung.

Geht es darum, Chauffeure und Chauffeusen zu ersetzen?

Durch den Betrieb des automatisierten Shuttles soll in erster Linie getestet werden, wie sich der Einsatz auf die Rentabilität bisher aus wirtschaftlichen Gründen nicht angebotener Strecken auswirkt (erste/letzte Meile). Die Mitarbeiter der VBSH werden durch das Projekt und die autonome Mobilität weiterhin Arbeitsstellen bei der VBSH haben. Allerdings andere und möglicherweise bessere.

Unterstützt die öffentliche Hand das Projekt?

Ja, durch den hohen Innovationsgrad, die überregionale Ausstrahlung und die zukunftsweisende Technologie hat sich der Kanton (Regierungsrat) entschieden, das Projekt im Rahmen seiner Möglichkeiten zusammen mit Bundesmitteln der Neuen Regionalpolitik (NRP) zu fördern. Auch die Stadt (Stadtrat), ihres Zeichens Eigentümerin der betreffenden Strassen, hat sich für die Mitfinanzierung des Betriebs ausgesprochen. 

Wie lange dauert das Projekt?

Das Projekt Linie 13 ist für eine Dauer von zwei Jahren ausgelegt.

Die Entwicklungsschritte

2. Hälfte 2022

Ausnahmebewilligung

Das Gesuch für die Ausnahmebewilligung zum Betrieb in Schaffhausen wird aktuell zu Händen des Bundesamtes ASTRA angefertigt. Wir rechnen mit der definitiven Bewilligung durch das ASTRA und dem effektiven Start der Linie 13 als atomatisierte Buslinie in der 2. Jahreshälfte 2022.

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August 2022

Fahrzeug in Schaffhausen

Das Toyota-Fahrzeug, umgebaut und aufgerüstet durch den Technologiepartner, kam im August 2022 in Schaffhausen an.

Swiss Transit Lab Icon Car
September 2021

Projektankündigung

Erstmals wurde das Projekt im Rahmen der VöV-Tagung im September 2021 dem Fachpublikum und den Medien vorgestellt. Dabei stand bereits ein Demo-Fahrzeug des designierten Technologiepartner Sensible4 für Testfahrten zur Verfügung.

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Die Projektpartner und Sponsoren

Dank unserer Partner können wir unsere Vision einer zukunftsorientierten Mobilität verwirklichen. Sie sind das Fundament unseres Know-Hows und unseres Erfolges. Das Projekt "Linie 13" wird dank der Unterstützung der folgenden Projektpartner und Sponsoren realisiert.